Gemeinschaftliches Wohnen am Avena-Hof


Seit dem Jahr 1996  existiert der Avena-Hof in seiner jetzigen Form.
Wir versuchen unseren Traum vom Leben in einer Gemeinschaft,
geprägt  von gegenseitigem Respekt, Freundschaft und Unterstützung, in die Tat umzusetzen.
 
Wir sind sowohl politisch als auch religiös unabhängig.
Jede Familie lebt in ihrer eigenen Wohnung und verdient ihren eigenen Lebensunterhalt, zum Teil ausserhalb und zum Teil auch als Selbständige hier am Hof.
 
Wir erledigen anstehende Arbeiten, wenn möglich gemeinsam (z.B.  Renovierung, Land- und Gartenpflege...) und versuchen, uns gegenseitig bei der Umsetzung unserer Ideen, Träume und Visionen zu unterstützen.
 
Eines unserer gemeinsamen Anliegen ist es, "Raum für Begegnungen"  zu schaffen.
Wir laden Menschen der unterschiedlichsten Herkunft ein, miteinander in Kontakt zu treten, sich auszutauschen und ein gegenseitiges Verständnis und Wohlwollen zu entwickeln . Im Zuge dessen entstand auch der gemeinnützige Verein "Anam Cara Network e.V."  (siehe hierzu: http://www.anamcara-network.de).
 
So entstand vor einiger Zeit in unserer Scheune ein wunderschöner Seminarraum, ein kleines Bistro und eine Gemeinschaftsküche.
Anfangs für unsere Gemeinschaft geplant, erwuchs aus diesen Räumlichkeiten eine Praxis für Physiotherapie und alternative Therapieformen und ein kleines Seminarzentrum. Angeschlossen sind das Gesundheitszentrum am Alten Rathaus und das Kinesiologische Institut in Bamberg.
(siehe hierzu: http://www.kinesiologisches-institut-bamberg.de.
 
Wenn wir neben unserer täglichen Arbeit Kapazitäten frei haben, veranstalten wir  von Zeit zu Zeit auch Feste (Sommerfest, Flohmarkt, Weihnachtsfest...siehe unser Fotoalbum), die uns dabei helfen, den Menschen aus der Umgebung, auf eine leichte und lockere Weise zu begegnen und gemeinsam zu feiern.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Und nun zu unserer
Geschichte....wie es dazu kam:

 
Eine Lebensgemeinschaft beginnt im Herzen, durch Liebe und Verbindung verschiedener Menschen. Diese Menschen träumen einen gemeinsamen Traum - eine Vision entsteht.
 
... als wir uns Menschen trafen, fand zwischen uns eine außergewöhnliche Begegnung statt, die keiner von uns erwartet, geplant oder absichtlich herbeigeführt hatte. Eine Begegnung, die über kulturelle und sprachliche Grenzen hinausging... ein Augenblick eines Gefühls und einer Gewißheit, zu Hause zu sein... ein Erkennen und Erinnern... wie ein Wiederbegegnen der Familie.
 
Vom ersten Moment an war uns bewußt, daß diese Menschen eine Bereicherung in unserem Leben sein würden. Es entstand der Wunsch in uns, uns gegenseitig ein zu Hause zu geben, eine Familie zu sein und die alltäglichen Pflichten und Aufgaben gemeinsam anstatt alleine zu tragen. Wir entschieden uns von Beginn an, uns gegenseitig zu vertrauen und waren uns bewußt, daß unsere gemeinsame Reise ein großes und aufregendes Abenteuer sein würde.
 
Es fand eine Initialzündung statt...
Sehr rasch und ohne Umschweife begannen wir, durch unsere individuellen und gemeinsamen Heilungs- und Klärungsprozesse zu gehen.
Einige von uns, die nicht weitergehen wollten oder die auch nicht zur Gemeinschaft paßten, fielen ab, gingen eigene Wege oder wurden von uns gebeten, die Gemeinschaft zu verlassen.
Zu denjenigen aber, die entschlossen und konsequent weitergehen wollten, wuchs eine tiefe und innige Beziehung.
 
Diesen gemeinsamen Weg zu gehen bedeutete praktisch:
die Bereitschaft zu haben unser Leben zu verändern; überholte Muster und Gewohnheiten loszulassen; unsere Energie in Form von gegenseitiger Unterstützung, Arbeitskraft und finanziellen Investitionen einzusetzen; ehrlich miteinander umzugehen; unsere Kraft dafür einzusetzen, die Dinge die wesentliche Bedeutung in unserem Leben haben zu fördern; persönliches Wachstum, Integrität und gegenseitige Achtung wurden wesentliche Bestandteile unseres gemeinsamen Lebens.
... und wir waren bereit, viel Zeit und Geduld für uns und unsere Vision aufzubringen.
... der Wunsch entstand, unsere Erfahrungen zu manifestieren und mit der Welt zu teilen.
 
Wir fanden ein Stück Land und einen Hof in der Fränkischen Schweiz und begannen unser gemeinsames physisches Haus in Form mehrerer Wohnungen zu bauen.
 
Der Name Avena-Hof tauchte in Träumen auf (Avena, lat. Wilder Hafer).
Avena, der Hafer wurde früher auch als das "Gold der Nordens" bezeichnet, sprich als etwas sehr wichtiges und wertvolles (Grundnahrungsmittel) und für uns entstand daraus: "das was wichtig ist".
 
So wie für uns selbst, reifte in uns der Wunsch, auch anderen die Möglichkeit zu bieten, zu Ihrem wesentlichen Kern, Ihren Wurzeln, zur Erde, Ihren Gefühlen und Ihren Herzen zu finden. Der Avena-Hof sollte eine Oase der Bewußtheit für uns und andere Menschen sein.
 
Zum Ausdruck dessen wurde unser alljährlich stattfindendes AVENA-HOF-GATHERING. Ein jährlich wiederkehrendes Zusammenkommen von Männern, Frauen und deren Kinder mit der Absicht, uns gemeinsam auf "das was wichtig ist" in unserem Leben zu besinnen, es miteinander zu teilen und zu feiern.
Wir halten Zeremonien ab, die uns den Übergang in neue Lebensabschnitte bewußt machen und erleichtern helfen (z. B. Mädchen zur Frau, Junge zum Mann ...zum/r Vater/Mutter ... zum/r Alten ...)
Wir ehren unsere Ältesten , hören deren Geschichten zu und verbringen auch Zeit alleine, unter Frauen bzw. Männern um uns gegenseitig auszutauschen.
 
Mehr und mehr konnten wir erkennen, wie schwierig und einsam unser vorhergehendes Leben in unseren Kleinfamilien war, im Gegensatz zu dem, wie wir jetzt miteinander leben.
Eine große Familie und doch sehr viel Raum für jeden Einzelnen. Frauen, die Zeit haben, miteinander zu sprechen, zu arbeiten, unter sich zu sein, Frau-sein-können; sowie Männer, die miteinander arbeiten, sich gegenseitig mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen unterstützen. Menschen, die "Steine" und Verantwortung nicht mehr alleine tragen müssen; Kinder, die gemeinsam aufwachsen, spielen und gleichzeitig mehrere Betreuungs- und Bezugspersonen haben, ohne daß der vertraute Kleinfamilienkreis dabei verloren geht.
Sehr positiv für die Kinder ist die Möglichkeit, verschiedene männliche Identifikationsfiguren tagtäglich bei der Arbeit (Hausbau, Landpflege, Meetings...) beobachten zu können und nicht mehr "nur" Väter, die Abends von irgendwoher müde und abgeschlafft nach Hause kommen, ohne das die Kinder sich bewußt mit den männlichen Rollen auseinandersetzen können.
Selbst eine alleinstehende Mutter mit zwei Kindern war hier nie allein gelassen, sondern hatte ihren Kindern Ersatzmütter und -väter zu bieten, während sie einer regelmäßigen Arbeit nachgehen konnte, um Geld zu verdienen.
In unserer modernen Welt haben viele von uns die Stammesverbindung (tribal-connection) verloren. Wir fühlen uns einsam und isoliert in unseren Heimen und unserer Art zu leben. Dies gekoppelt mit unseren täglichen Verpflichtungen, die wir zu erfüllen haben, um überhaupt leben zu können in dieser Welt, führen zu vermehrtem Streß und einem Gefühl des irgendwie getrennt sein von einander. Die Illusion der Isolation wiederum gebiert eine Mischung aus Angst und Mißverständnissen.
Durch das Zusammenführen von Menschen, das miteinander Teilen unserer persönlichen Lebensgeschichten und das erarbeiten gemeinsamer Ziele und Ideen entsteht ein Glücksgefühl das unsere Mauern der Angst und Isolation zum Einstürzen bringt. Nicht mehr allein/einsam, fühlen wir uns unterstützt und sicher.
Ein selten erwähnter Gesichtspunkt, der uns aber sehr am Herzen liegt, ist die Heilung unserer Generationskonflikte. Ältere Menschen leben oft vereinsamt, alleine oder in Altersheimen, werden nicht mehr gebraucht, führen ein sinnleeres Leben und fühlen sich nutzlos und abgeschoben.
Deren Kinder bzw. die mittlere Generation ist oft nicht in der Lage für die Älteren mit zu sorgen oder sie zu pflegen - meist eine Folge von Vollzeitarbeit. Das führt zu Konflikten zwischen "Alt und Jung", zu Mißverständnissen, schlechtem Gewissen, Lieblosigkeit, die natürlichen Familienbande werden zerstört.
In einer Lebensgemeinschaft haben Alte einen Platz, an dem sie geachtet und wertgeschätzt werden. Sie brauchen ihre täglichen Pflichten und Aufgaben und bekommen ihrerseits den Schutz und die Geborgenheit einer großen Familie. Wir schätzen ihre Geschichten, ihre Erfahrungen, ihre Weisheit und ihre Zerbrechlichkeit. Unsere Kinder, deren Enkel, erfahren unendlich viel Aufmerksamkeit und Güte, die wir ihnen zum Teil nicht bieten können, da wir, die mittlere Generation oft viel zu beschäftigt sind. So fühlen sich die Kinder genährt und geliebt, die Alten sich geachtet und wertgeschätzt, die mittlere Generation, die noch sehr im Außen beschäftigt ist (z. B. mit Geld verdienen etc.), wird dadurch immens unterstützt, da die Alten bestimmte Aufgaben für sie übernehmen und sie dadurch entlasten.
 
Natürlich gibt es nicht nur eitel Sonnenschein in solch einer Gemeinschaft. Wie in jedem natürlichen Prozeß entstehen auch hier Spannungen, Unstimmigkeiten, Konflikte zwischen den Menschen. Wir versuchen diese offen und ehrlich miteinander zu klären.
Manchmal geschieht dies zu zweit oder zu dritt und ein andermal in der gesamten Gruppe.
Dabei ist die Würde jedes Einzelnen unantastbar (siehe Grundgesetz) d. h. niemand darf zu etwas gezwungen werden (auch nicht subtil) das er/sie selbst nicht tun möchte.
Der Umgang, selbst in großen Konfliktfällen, sollte von gegenseitiger Achtung geprägt sein - und Zeit ist wichtig für jeden Entwicklungsprozeß, auch für die Entwicklung von Konflikten.
 
Jede/r neue Gemeinschaftsanwärter/in bekommt 1 - 1 ½ Jahre Zeit um sich hier einzuleben, d. h. mitzuarbeiten, zu spüren "gehöre ich hierher oder nicht, fühle ich mich hier wohl, fühle ich mich in meinem Leben bereichert und unterstützt durch die Gemeinschaft?"
Und auch die Gemeinschaft hat diese Zeit um zu spüren und zu erleben "paßt dieser Mensch zu uns, bereichert und unterstützt er das Ganze bzw. mich persönlich?"
In dieser Zeitspanne wird meist sehr deutlich, welchen Platz eine Person einnehmen kann und möchte und welche Aufgaben für sie angemessen sind. Wir alle haben unterschiedliche Fähigkeiten und Potentiale (Hausbau, Handwerk, Landpflege, Garten, Tierpflege, Kindererziehung, Kochen, Organisieren ...). Die wichtigste Frage dabei ist, leben wir dieses Potential und geben wir uns ein?
Jeder von uns hat auch das Bedürfnis und das Recht allein zu sein und sich zurückzuziehen - Privatsphäre ist wichtig!
Eine Person jedoch, die nichts eingeben mag d. h. die Gemeinschaft nicht unterstützt und bereichert, kann nicht Teil der Gemeinschaft sein. Wir entscheiden dann gemeinsam und in bestimmten Fällen bitten wir dann die betreffende Person zu gehen.
Die Gemeinschaft verändert, bewegt sich und wächst ... und so tun es die Menschen der Gemeinschaft.
 
Ziele und Visionen verändern sich kontinuierlich mit der Veränderung der Menschen im Einklang mit deren Entwicklungsprozessen und dem natürlichen Lebensrhythmus. Die natürlichen Lebensphasen spiegeln sich in allen Bereichen unseres Lebens wider: Zeugung, Geburt, Wachstum, Reife und Tod. Und mit dem Tod erfolgt der Neubeginn.
Von größter Bedeutung für die Entwicklung und den Bestand einer Gemeinschaft ist die bewußte Entscheidung der Mitglieder, zusammen zu sein. Egal welche Idee oder Vision (ob politisch-, pädagogisch-, Umwelt- oder spirituell-orientiert) diese Gemeinschaft zusammen-bringt und -hält, diese Idee braucht unserer Erfahrung nach genauso wie wir Menschen, Verstand, Herz, Körper und eine gemeinsame geistige oder spirituelle Grundlage.
Das Herz birgt die Liebe und die Verbundenheit unter den Menschen; die geistige Idee oder Vision haucht diesem Zusammensein einen Sinn und damit Leben ein; der Verstand dient der Struktur, Ordnung und Organisation und im körperlichen Bereich setzen wir unsere Idee praktisch um, leben sie und bringen sie in die Welt.
Im gleichen Atemzug wird wichtig, wie diese Gemeinschaft geführt wird bzw. sich selbst führt.
Es braucht natürliche Führungspersonen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und zu leben, ohne dabei andere Mitglieder zu regieren und zu kontrollieren. Durchaus können dabei verschiedene Personen unterschiedliche Führungspositionen - entsprechend ihren Fähigkeiten - übernehmen. Wie gesagt wir sprechen von natürlichen Führungspersonen oder Autoritäten, nicht von einem oder mehreren Bossen.
Eine Gemeinschaft kann darüber hinaus nur funktionieren, wenn jede/r Teilnehmer/in sich bewußt entscheidet zu 100 % verantwortlich für sich selbst zu sein - soweit dies eben möglich ist - seine/ihre Fähigkeiten und Potentiale einzugeben und ihr/sein Wunsch das Leben kontinuierlich zu verbessern; d. h. als Persönlichkeit zu wachsen und gleichzeitig andere in ihrem Wachstum zu unterstützen.
Das Resultat ist ein gleichwertig und wichtig sein und ein Gefühl des geliebt und geachtet sein in der Gemeinschaft.
 
...und noch eine Geschichte und einige Gedanken dazu...
 
Aus: Der Erde eine Stimme geben
Hg. Claus Biegert, Hamburg 1987
 
Wilfried Pelletier
Frei wie ein Baum
Kindergarten1
Kindergarten2
22_Eulenspiegels_Enkel_opt
Markus Veit - FränkischerTheatersommer in "Eulenspiegels Enkel"
Die Kunst ist ein wichtiger Spiegel unserer Gesellschaft und bereichert, erfreut, erheitert gleichzeitig unser aller Leben....so veranstalten wir ab und zu ein Konzert, eine Kunstaustellung, oder einen Bildhauer-Workshop....laden eine Schulklassen ein, hier am Hof mit unserer befreundeten Bildhauerin Steine zu bearbeiten oder am Lagerfeuer, im Tipi, zu übernachten......oder der Königsfelder Kindergarten besucht uns und wir bauen gemeinsam eine Hütte aus Lehm...
Nosnakesinheaven1
No Snakes in Heaven
wir bauen eine afrikanische Lehmhütte mit den Kindern des Kindergartens in Königsfeld

Trotz all dieser Aktivitäten führen wir hier auf dem Avena-Hof ein recht beschauliches Leben. Unsere Privatsphäre ist uns heilig und so ist z.B. unser Innenhof für die Öffentlichkeit (PatientInnen und SeminarteilnehmerInnen) nicht zugänglich.

Aktivitäten wie z.B. Praxis, Seminare, Vereins- und Projektarbeit, Feste, usw.
finden grundsätzlich im Scheunentrakt statt und beeinflussen dadurch nicht unsere Wohnqualität.
 
Ein Hinweis, der dazu dienen soll, unnötige Spekulationen zu vermeiden...
 
Auch wenn unser Leben und unser Weg  manchem/r Leser/in  ungewöhnlich erscheint...wir sind dennoch sehr bodenständige Menschen und haben mit jeglicher Art von Sekten nichts zu tun ...

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